BASF-Explosion: Sicherheitsversagen mit Ansage

Die Explosion am 17.10.2016 im Ludwigshafener BASF-Werk ist ein Schreckensszenario, wie man es sich und anderen nie wünscht. Keinem – ob betroffen als Geschädigter, als Kollege oder als Hilfskraft.
Den Betroffenen gilt unser Mitgefühl. Insbesondere die Hinterbliebenen der Opfer und auch die überlebenden Opfer selbst, werden eine sehr schwere Zeit vor sich haben, für die man ihnen alles Gute wünscht.

Aus Sicht der Katastrophenentstehung und -Bewältigung, war dieses Ereignis nicht mal eine Frage der Zeit. Bereits 2014/15 wurden BASF-Interne Führungskräfte auf Manager-Ebene von exakt derartigen Gefahren in kaum vorstellbarem Umfang unterrichtet – via E-Mail, persönlich im Gespräch und auf Meetings. Eingeleitete Maßnahmen zur Gefährdungskompensation wurden vereitelt – auch von der jetzt betroffenen Feuerwehr selbst.
2016 wurde der geschäftsführende Vorstand der BASF -namentlich Dr. Bock- an die durchgreifend erhobenen Sicherheits-Defizite erinnert. Mehrfach – mit nachdrücklicher Vehemenz. Wieder leugnete man den Zustand von Anlage, Abläufen & Kompensationsmaßnahmen. Leider mit einem jetzt eintretenden, traurigen Ergebnis.

Die Gefährdungen wurden sogar über die Landespolitik bis hin zur Politik auf Bundesebene eskaliert…

Lesen sie den groben Ablauf einer von Fachleuten prognostizierten und mutmaßlich vermeidbaren Katastrophe:

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VW-Safety-Gate: T-Modelle sind als Einsatzfahrzeuge auszuschließen

Eine Anfrage bei VW über die Struktur & Konstruktion der Fahrgastzelle des weit verbreiteten „Bullis“ und damit verbundene Daten von Crash-Tests brachte durch die Konzern-Reaktion Ernüchterung.

Als Profis im Bereich Arbeitsschutz & Fahrsicherheit interessiert uns das Einsatzfahrzeug als „Sicherheitskonstrukt“ auf Ebene der verantwortlichen Multiplikatoren, da unzureichender Insassenschutz schon grundsätzlich im Bereich Arbeitssicherheit ein Ausschlußkriterium für Einsatzfahrzeuge darstellt – ungeachtet der Marke.

Nach mehreren Unfällen mit Einsatzfahrzeugen von VW, hatte sich zunehmend der Verdacht gefestigt, dass die Transporter-Serie die Insassen nur ungenügend und weit ab heutiger Standards schützen.

Im Februar berichteten wir bereits über diese Einsatzfahrzeuge und deren Insassenschutz. In diesem Zusammenhang erhielt ein Kollege die Genehmigung, ein Protokollauszug einer ASA-Sitzung zu veröffentlichen, aus der die brisante Thematik unter dem Gesichtspunkt der Arbeitssicherheit hervorgeht.
Nachdem wir das ASA-Protokoll auf mehreren Plattformen veröffentlicht hatten, erhielten wir etliche Nachfragen. Die Leser wollten über die Hintergründe -also Substanz- der Annahmen, die die Transporter-Fahrzeuge bei Nutzung als So-Kfz als ungeeignet und gefährlich begründen, Näheres wissen.

Daraufhin haben wir an den zuständigen Bereich von Volkswagen einen offenen Brief geschickt, in dem konkretisierte Fragen zum Thema des konstruktiven Insassenschutzes festgehalten sind.

Anfrage passive Sicherheit T-Modelle.                                                                               sichermacher VW Rettungsfahrzeuge 1 Anfrage Offener Brief

Ohne weitere Beantwortung, wurde uns zwar die Bearbeitung der Anfrage -wenn auch nur durch Nachfrage- bestätigt, mehrmalige Fristen verstrichen jedoch trotz Nachhakens, ungenutzt. Letztlich bestätigt VW so, den bis dahin nur vermuteten Sachverhalt, dass die T-Modelle als Einsatzfahrzeuge gefährlich sind.
Insassenschutz – zumindest nach heutigem Standard, besteht nicht.
Insofern wird die Annahme, die bereits aus den verfügbaren Rettungsdatenblättern ersichtlich scheint, Gewissheit: Der passive Insassenschutz ist beim aktuellen T 6 – Modell in der Fahrgastzelle seit ca. 20 Jahren annähernd unverändert und offenbart nach heutigen Maßstäben, die instabilste Konstruktion seiner Art zu sein.

Dies wird durch die eingangs genannten Unfälle eindrucksvoll dokumentiert: Mehrfach resultierten -trotz entsprechend der Unfallsituation relativ geringer Kräfteeinwirkungen- erhebliche, sich auf die Bereiche Kabine und Dach konzentrierende, untypische und erhebliche Deformationen, welche eine für die Insassen außergewöhnlich hohe Gefahr darstellen.

Somit dürften T-Modelle als Einsatzfahrzeug nicht mehr zur Debatte stehen – denn wer stellt sich als Verantwortlicher bei einem Verkehrsunfall mit ggf. verletzten Kollegen den berechtigten Fragen, warum als unsicher geltende Fahrzeuge -trotz besonderer Auflagen gem. Arbeitsschutzgesetz zur Auswahl der Betriebsmittel- den sich am Markt befindlichen, sicheren Fahrzeugen, vorgezogen werden. An den Kosten darf es nicht liegen…

Hintergrundinformationen:

  1. Anfrage an VW sichermacher VW Rettungsfahrzeuge 1 Anfrage Offener Brief
  2. Resümee & Fazit sichermacher VW Rettungsfahrzeuge 2 Offener Brief Fazit
  3. Stellungnahme sichermacher VW Rettungsfahrzeuge 3 Offener Brief Stellungnahme
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Zu hoch gestapelt…

Ein Gastbeitrag

Ein Warenlager in der thüringischen Provinz. Kragarmregale, ca. 20m hoch, bestückt mit Gitterboxpaletten säumen die Wände.
Am wichtigsten scheint der Leitung, dass sämtliches Papier in die Nähe des Büros gelagert wird. In dem Betrieb läuft noch alles über die Schriftform, das Internet scheint noch nicht entdeckt. Da die Leitung gerne Vorrat hat, wird jedes Jahr etwas mehr Papier bestellt und nicht in den unteren Ebenen, sondern in der obersten gelagert. Papier ist aber ein tückischer Stoff, scheint es als einzelnes Blatt so leicht, aber 12.000 Blätter in DIN A0 (oder 200.000 in DIN A4) -die leicht über die Jahre zusammenkommen- bilden etwa einen Kubikmeter und wiegen eine Tonne.

Zusammen mit den Akten in der obersten Ebene war es dann zuviel: Metallteile des Regals knickten selbst zusammen wie Papier, brachen aus und versperrten den Weg. Hier gab es noch keinen Personenschaden, wohl aber, als das Personal versuchte den Schaden eigenmächtig zu reparieren. Essenz: Ein Schienbeinbruch und zwei mal leichte Blessuren an Kopf und Hals von Angestellten. Lagerung hat seine Tücken – und der Weg zum Spezialisten kommt am Ende zumeist günstiger als ungeplante Ausfälle.

Was zusätzlich zu bedenken ist, gibt´s unter sigeko.de>

http://www.sigeko.de/f5-edit/?domain=www.sigeko.de&ebene=3237&fuseaction=artikel&show=detail&artikel=11969

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Indoor – Spielhalle: Schlimmer Sicherheits-Zustand

In zweierlei Hinsicht sind Indoor-Spielplätze für uns Sicherheits-Spezialisten regelrecht grausam – wobei sich nicht ganz erklärt, was schlimmer zu bewerten ist;

Der Zustand der Hallen oder die Einstellung so mancher Eltern.

Wir zumindest empfinden die (Grund-)Einstellung so mancher Eltern als armselig; Sicherheit ist völlig egal, Hygiene und massive Gefährdung der Kinder wird ebenso „überbewertet“, wie Unfreundlichkeit und schlimmstes Fast-Food – solche oder ähnliche Einstellungen zwängen sich bei den Kommentaren einiger Eltern gerade zu auf.

Bereits 2012 hat eines unserer Miglieder (www.spielplatznet.de; Paapiiiiii…. am 2012-10-29 23:24:26) folgende Rezension im Internet geschrieben:

Leider kommt bei den meisten Leuten die Sicherheit -insbesondere für Kinder- faktisch erst an zweiter Stelle. An Erster muß alles bunt, toll und lustig sein und Spaß machen. Eben diese Frage nach Sicherheit hat meine Bekannten veranlaßt, mich zum Besuch des Hopplahopp aufzufordern. Kurzum Tochter geschnappt und ab. Dass Kinder hier Spaß haben, versteht sich anhand der Fotos bereits von selbst – wenn auch der Zustand der Gerätschaften auf den Fotos nicht herauskommt. Positiv angemerkt: Bedienung ist freundlich und das große Klettergerüst ist ne Wucht. Negativ:
1. Kein Betreuungs- und Beobachtungspersonal an oder in den Geräten, keiner entsprechend zur Hilfeleistung qualifiziert, auch keine Kameras vorhanden.
2. Die räumliche Trennung der Geräte ist mehr als unüberlegt. TT-Platten (die Ecken lassen grüßen) befinden sich im direkten Durchgang umhertollender Kinder, eckige Gebläseabdeckungen mit 380 V sind ebenso frei zugänglich im Durchtob-Bereich, Kabel hängen teils mittendrin von der Decke mit frei zugänglicher Dose.
3. Die Geräte sind ringsherum nicht gesichert (z.B. der Wal). Kinder toben, die Kleinen machens den Großen nach und schlagen tatsächlich nach nem Salto von dem etwa 70 cm hohen Luftkissen gleich daneben auf den harten Beton.
4. Kein Einblick in die fern gelegenen Geräte, der Weg zur Hilfeleistung ist zu lang.
5. An einigen Geräten fehlen ganze Bodenverankerungen, die Begrenzung (z.B. bei den Scootern) ist lose. An anderen Geräten sind Bodenverankerungen mit offenen Gewindestangen nach oben ungesichert und freuen sich über jeden, der drauf fällt.
6. Der gesamte Tobe-Bereich wird auch von schnell fahrenden Dreirädern und Tret-Scootern durchfahren. Teilweise werden diese direkt neben den Sprungkissen abgestellt, so daß oben drauf tobende Kinder schon fast hinein schlagen müssen (nur Glück, wenn es nicht passiert). Auf den Hinweis dazu kommen Aussagen wie „Ooch – da is´ noch nie was passiert.“
7. Der Zustand der Geräte läßt manchmal zu wünschen übrig.
8. Die vertikalen, riesigen Stahlträger sind im unteren Bereich nicht abgepolstert.
9. Im Sitzbereich für Kindergeburtstage sind doppelhakige Kleiderhaken in Augenhöhe (wohlgemerkt der Kinder (!))
10. Defekte 220V – Steckdosen im Sitzbereich am Fußboden mit Gewebeband (Panzer-Band) abgeklebt, Verlängerungsschnüre hängen offen umher.
11. Im Eingangsbereich hängt eine nahezu ungesicherte und vom oberen Eßbereich frei zugängliche Lagerungsplattform zwischen zwei Zugangsbereichen – direkt über den Köpfen sich dort befindlicher Besucher
12. Der Wickelraum ist dreckig, die Reinigungsutensilien stehen dort herum, frei zugängliche Gerätereste oder Bruchstücke ebenso.
13. Der Erste-Hilfe-Kasten im Wickelraum (der einzige) ist bis auf 2 Wundauflagen leer (!).
Soviel erstmal als Anmerkung. Dass das Teil ne Zulassung hat, ist schleierhaft. Erst in den vergangenen Jahren gab es tragische Unglücke in einer Hannoverschen Indoor-Arena – und deren Gefahrenbeurteilung war nicht nur besser, sondern hatte wenigstens Konzept. So schön, wie es auch für Kinder ist, es gibt Dinge, die kann man mit ein ganz bisschen mehr Nachdenken ausräumen. Und bei den in meiner unmittelbaren Umgebung sich ereigneten kleineren Unfällen war die Belegschaft bereits mehr als überfordert.

Fazit: nett, solange nichts passiert. Die Chance, dass allerdings etwas (Vermeidbares) passiert, dürfte nirgendwo größer sein als hier. Ob man es dennoch wahrnimmt, bleibt natürlich jedem selbst überlassen, nur dann nicht später heulen oder sich über Rettungskräfte aufregen, die so etwas sagen, wie „selbst Schuld“….

Anmerkung: Einer unserer Spezialisten schreibt seine vorangestellte Wahrnehmung dezediert auf – ein Profi, der es auf noch höherem Niveau tagtäglich dergestalt macht und sich für viele Sicherheitsprozesse verantwortlich zeichnet. Er gibt das wider, was er bei einem klassischen Vater-Kind-Besuch wahrgenommen hat – nicht im Rahmen einer Sicherheits-Begehung. Also das, was jedem Besucher mit ein wenig Aufmerksamkeit und ganz wenig Verantwortungsgefühl wahrnehmen müsste… Und dann auch noch so, dass es Jedermann lesen und verstehen kann – eben nicht nur für Sachverständige – sondern für alle. Man mag sich gar nicht ausmalen, was passieren würde, wenn man das Ding mal fachlich untersuchen würde…
Aber das scheint nicht wirklich zum Nachdenken zu bewegen.

Ein Rezensent (Kurt) schreibt darauf folgend;

(…Beschreibung, wie toll alles war). „Der zustand der Anlage ist für meinem Dafürhalten TippTopp.“

Sofern man die vorgenannten, dokumentierten Sachverhalte als TippTopp bezeichnet, kann etwas mit der persönlichen Wahrnehmung nicht in Ordnung sein.
Sich an die Bedürfnisse der Kunden anzupassen, ist zwar in diesem Fall wirtschaftlich clever – zumindest, solange nichts passiert. Als Vater eine solche Ignoranz zu publizieren, ist aber wohl geradezu beschämend.

Haben die Betreiber also doch alles „richtig“ gemacht?

Jetzt, Anfang 2016, hat das selbe Mitglied von uns erneut das bereits beurteilte Kinderland betreten – einzig zum Zweck, den Zustand zu überprüfen und ggf. Besserungen wahrzunehmen. Leider müssen wir den bereits niedergeschriebenen Text annähernd bestätigen – und das über 3 Jahre später. Zwar sind einige Kleinigkeiten verschwunden (z.B. die ein oder andere verklebte Steckdose), dafür sind anderswo Verankerungen von Spielgeräten lockerer als vorher.

Gesamt gesehen also keinerlei Besserung. Wenn dann parallel die facebook-Seite des Kinderlandes geöffnet wird, so klagen dort einige Besucher über schlechte Essens-Qualität, unfreundliche Mitarbeiter und Gestank in den Geräten – vornehmlich nach Urin. Den Gestank & das Essen können wir abermals bestätigen. Unfreundlich war zuletzt keiner – wenigstens etwas. Schaut man sich das Groß der Eltern an, so scheinen deren Erwartungshaltung an solche Kinderhallen jedoch bereits mit einem Lachen auf dem Kindergesicht als erfüllt & abgehakt zu gelten. Schön, wenn man keinerlei tieferen Sinn im Leben hat und so schnell zufrieden zu stellen ist; Sicherheit? Ach – ist ja noch nie was passiert. Dreck? Das sind halt Kinder. Lockere Verankerungen? Ach, draußen spielen sie doch auch… Urin in den Spielgeräten? Das passiert halt mal…

Diese Klientel dürfte auch die Erste der Elternschaft sein, die herumheult und mit Klagen droht, wenn ihren Kindern etwas zustossen sollte. Statistisch vielleicht nicht so wahrscheinlich – schließlich gab es ja erst ein paar Jahre zuvor in einem Hannoverschen Indoor-Spiel-Paradies tödlich verlaufende Unfälle. Damals wurde kein direktes Verschulden an den Besuchern nachgewiesen – was im Hopplahopp in Hildesheim mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit anders gedeutet werden würde. Schließen musste das Kinderland in Hannover trotzdem.

Aber viel schlimmer: die Kinder bleiben tot.

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Bitte keine Pappschachteln als Einsatzfahrzeug!!!

Einsatzfahrzeuge sind Geschmackssache! So oder ähnlich mögen die meisten denken – darunter auch viele Profis, die täglich mit Blaulicht unterwegs sind. Dann sind da auch noch die Kosten – also die, die man für die Beschaffung von Betriebsmitteln tunlichst nicht aus den Augen verlieren sollte. Und dann kommen die Sicherheitsprofis und schmeißen Dinge um, die eigentlich schon Jahre gut waren. Vielleicht waren die gar nicht so gut? Immerhin handelt es sich auch bei Einsatzfahrzeugen um Betriebsmittel – und deren Auswahl gehört eigentlich -sofern sie Bestandteil eines komplexen Systems sind- in die Hände des ASA´s.
Gesagt, getan – und das Einsatzfahrzeug einmal aus Sicht der Sicherheit beleuchtet. Emotionslos und sachlich wird ein lang geglaubtes Einsatzfahrzeug auf das Nebengleis geschoben. Nüchtern betrachtet: konsequent. Nachvollziehbar & interessant offenbart dies Dokument einen Einblick in die Arbeit des Arbeitsschutzausschuß einer Hilfsorganisation und zugleich die mentale Produktbindung von Einsatzfahrern, wenn es um Liebgewonnenes geht. Und dann zeigt das Protokoll auch noch das deutlich, wofür ein ASA am Ende erfolgreich stehen sollte; den Zugewinn an Sicherheit für Mitarbeiter.

Schön, wenn es immer so wäre!

ASA-Protokoll-Auszug_Q1-16_Betriebsmittel_Einsatzfahrzeuge_sichermacher

Die Hilfsorganisation hat der Veröffentlichung des Protokolls unter Voraussetzung gewährleisteter Anonymität genehmigt – danke dafür! Die Teilnehmer des ASA stammen anteilig von den SICHERMACHERN und sind namentlich bekannt.

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Schadstoffe in Build-a-Bear-Kuscheltieren

Buildabear_logo

(c) by BUILD-A-BEAR WORKSHOP

Anlass zur Sorge geben die Produkte von Build a Bear – einem Hersteller von Kuscheltieren in diversesten Ausführungen. Nach dem Geschäftsmodell „do it yourself“ lädt der Hersteller insbesondere Kinder dazu ein, sich in deren Shops den eigenen Teddy zusammenzubauen und mitzunehmen. Die Shops locken mit viel buntem Allerlei und wirken sehr kundenfreundlich. Neben eigenen Sprachmodulen für den Teddy-Einbau kann man auch Parties buchen – so das Geschäftsmodell. Bei Schulkindern der letzte Schrei – verständlicher Weise.

Allerdings verlockt eine nicht überschaubare Anzahl von Kunststoffen jeglicher Ausführung und in feinsten Formen auch dazu, es mit dem Schadstoffgehalt nicht so ernst zu nehmen. Wie sogar bewusste Manipulation funktioniert, weiß auch der unkritische Konsument spätestens seit dem dem VW-Diesel-Gate.

Auf ihrer Internet-Präsenz schreibt das amerikanische Unternehmen, dass sämtliche verfügbaren Tests und Zertifikate erreicht wurden, die verfügbar sind. Auch wird behauptet, immer die strengsten Richtlinien einzuhalten – leider, ohne bestimmte Parameter zu nennen oder gar irgendetwas zu belegn.

Mehrere, willkürliche Stichproben an unterschiedlichen Standorten in Deutschland haben uni sono 2 Fakten untermauert.
1. Im Shop selbst sind nirgendwo Hinweise auf den Schadstoffgehalt zu erhalten.
2. Bei Nachfragen, wird man auf die Internet-Präsenz verwiesen, in der schließlich stünde, dass alles schadstofffrei ist. Und außerdem sei man selbst erst gar nicht so lange dabei.

Schreiben kann man viel – VW hat sogar über falsche Werte Millionen von Dokumenten ausstellen lassen…

Auszug aus der Hersteller-Präsenz:

Allgemeines
Unsere Kuscheltiere sind von 38 bis 43 cm groß und wiegen zwischen 250 und 500 g. Sowohl der Pelz als auch die Füllung bestehen aus 100 % Polyester und enthalten keine Lösungsmittel, Schwermetalle, Weichmacher oder andere chemische Substanzen, die gesundheitlich bedenklich sind. Alle unsere Accessoires, die nach den gleichen hohen Standards wie die Kuscheltiere selbst produziert werden, passen zu den verschiedenen Kuscheltierformen.
Weiteres unter: http://www.build-a-bear.de/www/alles-ueber-unsere-baeren
(Abruf 02.02.2016)

Genau genommen, steht dort nichts, denn z.B. regelt die DIN EN 71-3 annähernd keine konkrete Schadstoffbelastung – jedenfalls nicht so, wie es für Kinderspielzeug nötig wäre. PAK lässt sie z.B. gleich ganz weg. Die für viele Schadstoffe wichtigen RoHS und REACh-Richlinien (z.B. auch für Elektronik (Schwermetalle)) werden gar nicht erst erwähnt.

Kurzum wurde das Unternehmen angeschrieben mit einer dezedierten Sicht der Problematik. Eigentlich unmissverständlich. Die Antwort kam in Kindersprache; Du, der Bär und mit Taze unterschrieben. Inhaltlich wurde verwiesen auf die Internetpräsenz. Auf die Validierung von Zertifikaten wurde nicht eingegangen.
Das zweite Schreiben wurde dann inhaltlich dahingehend beantwortet, dass eine Validierung nicht möglich sei aufgrund der vielen Materialien und Kombinationen. Auch ist man dann zum „Sie Kunde“ übergegangen. Man müsse aber als Kunde schon den gekauften Bären mit all seinen Stoffen benennen und dann würde man auch die Zertifikate einsehen können.

Schade, dass man keine genaue Liste der Inhaltsstoffe nach dem Kauf erhält (so die Erklärung einiger Eltern). Auch ist es schon eine dubiose Strategie, ein Produkt erst kaufen zu müssen, bevor man sich über die Beschaffenheit informieren kann und der Hersteller erst so einer seiner Grundpflichten nachkommt – bzw. dies zumindest vorgibt, zu tun.

Also gut – wenigstens Standard-Zertifikate, wie das jahrzehnte alte Öko-Tex sollte doch vorhanden sein. Aus eigener Erfahrung ist dieses zu erhalten, nicht unsagbar schwer. Leider bringt eine Anfrage bei Öko-Tex -gleich, welches Zertifikat- keinerlei Treffer. Wie unglücklich.

Meiner Tochter habe ich versprochen, dass sie sich dann einen Teddy zusammenbauen darf, wenn mir die Inhaltsstoffe bekannt sind. Das wird wohl leider noch dauern…

Rapex-Tipp: Finger weg!

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Eine (Fern-) Busfahrt ist… nicht ungefährlich.

Und wieder die liebe Fahrsicherheit… Es kommt einem so vor, als ob Fernbusunternehmen vermehrt in Unfälle verwickelt sind. Ob das daran liegt, dass sie etwa den gleichen Anteil daran haben, wie andere, nicht verbundgetreue Unternehmen – unklar.
Allerdings ist eins auffällig. Die Busse sind Subunternehmer der eigentlichen Betreiber-Gesellschaften und sagen lediglich zu, bestimmte Verhaltensweisen zu erfüllen. D.h., der Umgang mit der Sicherheit und die Erfüllung der Ansprüche der Betreibergesellschaften, obliegt allein den Sub´s.

Aus der Industrie und größeren Baufeldern sind uns Sub´s bekannt – zur Genüge. Dort laufen durchaus mal ein Dutzend Sub´s in einer Linie. Und wenn jeder etwas verdienen möchte, kann man sich an den Fingern abzählen, welche Erfüllungsqualität die initial gestellten Ansprüche dann noch haben…

So auch bei den Busunternehmen. Den Sub`s bloß nicht zuviel an Verpflichtung aufbürden (regelm. Führerscheinkontrollen, Alkohol- und Drogenkontrollen, Reifenzustände etc.) könnten ja drangsalieren und den Sub zur Kündigung veranlassen… Eine zweite Person als Busfahrer? Um Gottes Willen – viel zu teuer. Fahrsicherheitstrainings für die Busfahrer? Warum? Die fahren schon 20 Jahre und sind gut…

Bla, bla, bla… nur heiße Luft – und selbst auf der Internetpräsenz vom ADAC-Postbus ist nur von Qualifikation der Fahrer die Rede… Fahrsicherheitstrainings eigener Sub´s erwähnt man gleich gar nicht – dann rechnet sich wohl nichts mehr. Und dass der goße Gelbe nicht damit werben und „seine“ Fahrer dennoch in der Fahrsicherheit aktiv qualifiziert, kann kaum einer glauben, der nicht mit dem Klammerbeutel gepudert ist – schließlich ist die Fahrsicherheit eines der wesentlichen Standbeine des ADAC. Hier nicht zu werben, würde nicht mal einem Marketing-Beginner als Fehler unterlaufen.

Der große Grüne jedenfalls, der in Berlin, schult seine Sub´s nicht. Und der hat auch keine Lust, die Gelder dafür auszugeben. Na ja, schließlich haben die es geschafft, bis 2015 nicht einmal eine Fachkraft für Arbeitssicherheit zu beauftragen – da tanzen die Mitarbeiter tatsächlich auf den Tischen.

Aber kaum ein paar Jahre nach dem Start, ist eine derartige Maßnahmebei all der geforderten Expansion schließlich auch etwas zu viel verlangt…

Im Resümé eine fragwürdige Einstellung zum Thema Sicherheit.

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Arbeitsschutz – Versagen einer BG-Klinik

Für ein Berliner Unternehemen hat einer unserer SICHERMACHER im Jahr 2014 eine Gefährdungsbeurteilung durchgeführt, bei der heraus kam, dass die ebenso unter dem Dach der Organisation lebende Schwester-Gesellschaft keine solche Beurteilung benötigen würde. Begründung: „Die nehme man ganz einfach heraus.“
Ah ja, also gibt es Gesellschaften, die nicht dem ArbSchG unterliegen und einen besonderen Status genießen – wieder etwas gelernt.
Der Hintergrund war einfach die Ungemütlichkeit, sich mit den Trägern, Betreibern und dem Personal eines Rettungshubschraubers einigen zu müssen. Über die Kosten halt.

In der Tat, es ist eine besondere Konstellation: Vorhaltender Betrieb ist eine Klinik, der Träger eine gemeinnützige GmbH – die auch die Piloten stellt. Die Crew kommt einerseits aus dem Klinikum sowie weiteren Kliniken und eben der Schwester-Gesellschaft.

Etwas verworren im Ernstfall einer Haftungsfrage – nicht jedoch in der Durchführung etwaiger Gefährdungsbeurteilungen. Eine Gefährdungsbeurteilung ist ein MUSS – für die Notfallmedizin sowieso.
Eigentlich ganz einfach, wenn man die Einsicht hat und will – dann kann man sich die Kosten teilen und gut. Aber da fehlt dann doch wieder ein wenig Einsicht – schließlich ist man selbst ja derjenige, der hilft, wenn etwas passiert. Und nicht derjenige, dem geholfen werden muß.

Na dann ist ja alles ok. Und dabei waren wir immer der Überzeugung, das insbesondere ein Berufsgenossenschaftliches Klinikum nicht nur aufgrund der ureigenen Pflicht aus der vordersten Reihe, derartige Grundvoraussetzungen für seine Mitarbeiter vorhalten sollte, sondern einfach mit gutem Beispiel vorangehen sollte….

Falsch gedacht.

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Sicher ist sicher…

Hier wird in Kürze ein Blog erstellt, der Alltägliches kritisch darstellt. Der Blog wird von Sicherheits-Experten sukzessiv aktualisiert. Die Autoren -Mitglieder des Experten-Forums SICHERMACHER- sind allesamt Spezialisten ihres Ressorts und in unterschiedlichen Branchen zu Hause.

Wir freuen uns über Interesse und Impulse. Ihr Team SICHERMACHER.

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