Arbeitsschutz – Versagen einer BG-Klinik

Für ein Berliner Unternehemen hat einer unserer SICHERMACHER im Jahr 2014 eine Gefährdungsbeurteilung durchgeführt, bei der heraus kam, dass die ebenso unter dem Dach der Organisation lebende Schwester-Gesellschaft keine solche Beurteilung benötigen würde. Begründung: „Die nehme man ganz einfach heraus.“
Ah ja, also gibt es Gesellschaften, die nicht dem ArbSchG unterliegen und einen besonderen Status genießen – wieder etwas gelernt.
Der Hintergrund war einfach die Ungemütlichkeit, sich mit den Trägern, Betreibern und dem Personal eines Rettungshubschraubers einigen zu müssen. Über die Kosten halt.

In der Tat, es ist eine besondere Konstellation: Vorhaltender Betrieb ist eine Klinik, der Träger eine gemeinnützige GmbH – die auch die Piloten stellt. Die Crew kommt einerseits aus dem Klinikum sowie weiteren Kliniken und eben der Schwester-Gesellschaft.

Etwas verworren im Ernstfall einer Haftungsfrage – nicht jedoch in der Durchführung etwaiger Gefährdungsbeurteilungen. Eine Gefährdungsbeurteilung ist ein MUSS – für die Notfallmedizin sowieso.
Eigentlich ganz einfach, wenn man die Einsicht hat und will – dann kann man sich die Kosten teilen und gut. Aber da fehlt dann doch wieder ein wenig Einsicht – schließlich ist man selbst ja derjenige, der hilft, wenn etwas passiert. Und nicht derjenige, dem geholfen werden muß.

Na dann ist ja alles ok. Und dabei waren wir immer der Überzeugung, das insbesondere ein Berufsgenossenschaftliches Klinikum nicht nur aufgrund der ureigenen Pflicht aus der vordersten Reihe, derartige Grundvoraussetzungen für seine Mitarbeiter vorhalten sollte, sondern einfach mit gutem Beispiel vorangehen sollte….

Falsch gedacht.

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