Nordstadt-Klinik Hannover mit Versorgungs-, Sicherheits- und Datenschutz-Eklat

Nordstadt-Krankenhaus Hannover: Versagen im Patientenumgang durch Unterlassen, umfangreiche Verstöße gegen den Datenschutz, eklatante Missstände in Patienten- und Mitarbeiter-Sicherheit, Versagen im Umweltverhalten                                                                        – ein noch größerer Versagensumfang ist kaum mehr möglich…

Im Gesundheitswesen und für Kliniken ist jeder Tag ein Standard-Tag. Sollte man meinen. Und dann gibt es doch so Vieles, was in Kliniken schieflaufen kann – z.B. einen ausgewiesenen Experten in Sachen Arbeitsschutz als Patient zu haben und auf ganzer Linie versagen… 

Situation: An einem Vormittag Mitte März sucht ein männlicher Patient mit plötzlichen Bluthochdruck eine Peripherie-Klinik auf und wird von dieser als Notfall sofort in die Neurologie des Nordstadt-Krankenhauses Hannover verlegt. Der Patient ist Mitte 40, von normaler Statur und sonst mit klinisch unauffälliger Vorgeschichte.

In Hannover angekommen, wird ihm nach unfreundlicher Aufnahme ein Bett zugewiesen. Man veranlasst zum Ausschluss eines Schlaganfalls zeitnah ein CT. Schließlich befand sich der Mann ja in der Stroke-Unit, der Abteilung, die sich auf besonders schnelle Versorgung von Schlaganfällen spezialisiert hat.

Es folgten ein paar Untersuchungen – in diversen Abteilungen. Nach der beendeten Klinik-Odyssee des Patienten war die ehemalige Aufnahme-Station bei Rückkehr geschlossen – und seine Kleidung und mitgebrachten Dinge weg. Feierabend halt – dafür waren durchgeführten Untersuchungen unauffällig. Der Blutdruck, der initial mit 240/160 mm/Hg gemessen wurde, war für die Betreuenden nicht weiter interessant. Daran änderten auch mehrfache Hinweise des Patienten nichts – schließlich war der Schlaganfall ja bereits ausgeschlossen.

Gegen den mehrfach geäußerten Hunger -immerhin war es schon früher Abend und der Patient hatte seit früh morgens nichts gegessen- halfen gute Worte, sonst nix. Der nächste Aufenthalt war dann ein OP-Raum mit Defekten in der Klimatisierung. Geschätzte Raumtemperatur um die 13 °C – leider war der Patient ohne Jacke, die war ja weg. Nach exakt 1 Std. erfolgte per Klingel die Erinnerung an das erwartete Arztgespräch und die erforderliche Überwachung. Daraufhin gab es dann eine dünne Decke dazu – und die Aussage, die Ärzte seien soeben hereingekommen und wären sogleich da. Exakt eine weitere geschlagene Stunde später klingelte der Patient erneut. 10 Min war die Klingel an – ohne Erfolg. Wiederum exakt 10 Minuten später machte er sich selbst auf den Weg, drückte die Klingel aus und ging dem Personal entgegen. Dem Patienten wurde nun seine Kleidung ausgehändigt und mitgeteilt, dass die Ärzte gleich kommen würden – also abermals „gleich“. Blutdruck wurde bis dahin immer noch nicht gemessen.

Der Patient teilte dem Personal mit, dass er noch 5 Minuten warten, sich andernfalls auf den Weg in das ihn entsendende Krankenhaus machen würde. Die Reaktion war Schulterzucken mit einer Egal-Gestik.

Kommentar des Patienten: „Wäre es mir persönlich nicht vordergründig um die Überwachung gegangen, die ursprünglich essentiell war, und ich hätte mich wirklich so richtig schlecht gefühlt – ich hätte in der Klinik die 112 gerufen.“ 

Interesse an der Patientenversorgung bestand also nicht und der Patient fuhr wie angekündigt via selbst gerufenem Taxi in die Aufnahmeklinik zurück. Abends um 21.00 Uhr – nach einem Stopp am Döner-Imbiss.

In der Klinik angekommen, äußerte man zwar ausgeprägtes Unverständnis für die Zustände der „Nordstadt-Klinik“ aber ebenso den Hinweis, dass „das Nordstadt“ dafür intern bekannt sei. Nach weiteren 2 Stunden Wartezeit erfolgte dann eine Wieder-Aufnahme mit entsprechender Betreuung und Überwachung.

Am folgenden Morgen stimmte man sich ab, wieder ins Nordstadt-Krankenhaus zurück zu fahren – aufgrund der besseren Möglichkeiten weiterer Untersuchungen und ggf. notwendiger Blutdruckeinstellung. Wenn man sie denn nutzten würde. 

Zur Überraschung des Patienten war er administrativ noch im Nordstadt-Krankenhaus  gemeldet – das wusste noch nichts von seiner Heimfahrt. Eine neue Aufnahme sollte trotzdem erforderlich sein. Rückblickend bedeutet das, dass am Vorabend bis zum Folge-Vormittag kein Arzt den Patienten aufgesucht hatte – entgegen unzähliger Zusagen und Notwendigkeit. Wäre der Patient nicht gefahren, wäre er vermutlich eher in dem OP-Raum mit Tundra-ähnlichem Klima erfroren.

Der nächste Tag startete gut und ließ dann nach einer Stunde nach.

  • Keine angekündigte Untersuchung,
  • Ein Reserve-Mittagsmahl erst nach Aufforderung (obgleich der Patient lt. EDV noch gemeldet war).
  • Nach mehreren Aufforderungen wurde die Verlegungsakte nach 17.00 Uhr (!) einer Ärztin übergeben, die sich kümmerte.
  • Kontrollierte Überwachung – trotzdem Fehlanzeige.

Erneut kurz vorm Abreisen, stellte dann eine Schwester erstmalig diverse Zusammenhänge fest, stellte fest und traf Entscheidungen. Erst damit konnte die Wertung punktueller Betreuung auf ein schwaches Ausreichend empor gehoben werden.

Tag 2 somit auch unverantwortlich in Diagnostik und schwach in der Betreuung.

Wichtige Medikamente wurden in Folge einfach vergessen, gespritzt zu werden. Dafür hielt es der Pfleger dann für notwendig, 3 oder 4 Jugendliche nach Strich und Faden lautstark bzgl. ihrer Nachfrage, aufgrund der Essenssituation zu einem Schnellrestaurant um die Ecke zu dürfen, in Grund und Boden zu brüllen. So kann man sein schwaches Ego auch aufwerten. Schade.

Die Eingangsdiagnose einer „Hypertensiven Entgleisung“, der Blutdruckentgleisung – wurde beim Patienten hingegen völlig vergessen.

Dumm nur, dass es sich beim Patienten um jemanden mit medizinischem Hintergrund handelte und der zudem sachverständig für viele klinische Arbeitsabläufe ist. Ergo machte er das, was er beruflich seit 20 Jahren macht. Er guckte und sammelte Informationen.

Und die waren umfangreich und erstaunlich. Zahllose Verstöße gegen geltende Bestimmungen zur Arbeitssicherheit konnte er feststellen – angefangen bei

  • über 10 Jahre veralteten und Flucht- und Rettungswegen mit
  • falschen Raumstrukturen über ebenso
  • zahllose, akute Gefährdungen für Patient, Mitarbeiter und Besucher im gesamten Anwesen des Klinikums.
  • Abfall, sachgemäße und unbedenkliche Entsorgung sowie Lagerung von Gefahrstoffen ist in dem Krankenhaus ein Fremdwort.
  • Es liegen Fotos über unzulässige Lagerungen, ins Erdreich gelangte Brandbeschleuniger und achtlos entsorgte Kanister vor.
  • Es gibt Freibereiche in denen es bereits in der Entfernung nach Chemikalien riecht.

Nicht nur unzulässig, sondern auch extrem gefährlich, da Mitarbeiter und auch Fußgänger im Ernstfall gefährdet sind. Und alles frei zugängig – ebenso, wie unzählige Datensätze von Patienten.

Vielleicht einfach vergessen, eine Tür zu zumachen? „Nein.“ Entgegnet der Patient.“ Die langjährige Berufserfahrung in genau diesem Ressort zeigt, dass Unternehmen mit derartigen Rahmencharakteren, wie grober Fahrlässigkeit in der Patientenversorgung, Missachtung von Sicherheitsgedanken etc., die Egalisierung eigener Verpflichtungen zu ihrer Grund-Philosophie erheben – selbst, wenn sie gesetzlich verankert sind. Ein eindeutig strukturelles Führungsversagen. Dabei wäre eigentlich alles so einfach.“

„Ich betreue seit rund 20 Jahren viele Kliniken unterschiedlichster Ausrichtungen. Resümiert betrachtet – angefangen bei inkompetenter Erstversorgung über unterlassene Betreuung & mangelhafte Information bis zur Gefährdung aller Personengruppen, der Ignoranz von Umweltschutz und einer mustergültigen Negativ-Vorstellung, wie Datenschutz umgangen wird, ein durchgreifend inakzeptabler Zustand. Und unverständlich zudem. Und das, wo die Kliniken zu einem Mindestmaß an Umsetzung dieser Einzelaspekte gesetzlich verpflichtet sind. Als Experte des Ressorts gesprochen. Als in der Medizin kundiger Patient muss ich sagen, dass ich so ein miserabel strukturiertes Krankenhaus wie das Nordstadt noch nicht erlebt habe. Einige Liegenschafts-Bereiche erinnerten mich an Zustände, wie ich sie selbst in Peripherie-Krankenhäusern der neuen Bundesländer zu Zeiten der Wende vor über 25 Jahren nicht gesehen habe. Man kann sich das als nicht klinik-affiner Patient vorstellen, wie alte Filmkulissen: nach vorne alles schick und hinten alles hohl und gegen das Zusammenfallen abgestützt.  Sicherheitsorientiert betrachtet, ist es ein Drecksloch – als Patient gesprochen. Alle Standards missachtet ohne Aussicht, dies kurzfristig beheben zu können – Note 6. Wenn die Notenskala bis 8 gehen würde, wäre das eine.“

Die Zustände wurden vom Patienten noch während seines Aufenthalts in der Klinik an verantwortlich Betreuende kommuniziert. Die Frage, die auch von einer besorgten Ärztin ausgesprochen wurde, steht dabei für sich: „Was, wenn eine kranke, alte Frau ohne diese Kenntnisse und mit Scheu, sich zu äußern, diesen Problemen gegenübersteht?“

Der Patient äußert sich dahingehend gegenüber der Ärztin, dass man „(…) das wohl im Ernstfall mit einer besonderen Form der Sterbehilfe bezeichnen könnte.“

Da überrascht die Tatsache nicht, das zunächst die kontaktierte und offiziell Beauftragte für Mängelanzeigen -Frau Wiebke Messerschmidt- den Kontaktwunsch zur Besprechung dieser Missstände des Patienten ignorierte, obwohl es für sie nur ein Besuch gewesen wäre. Schließlich hatte der Patient die Sachbearbeiterin bereits während seines Aufenthalts kontaktiert.

Ebenfalls ohne Auslösung der Verwunderung ist, dass sich das Krankenhaus -namentlich Frau Renate Roth aus der Schadenbearbeitung- weigert, Schadenersatz für eine bei einer Untersuchung unbestritten durch den Mitarbeiter des Hauses irreparabel beschädigte Jacke, zu leisten – andererseits aber das Angebot zur eigenen Begutachtung der Jacke ausschlägt und es vorzieht, trotz eindeutiger Fotos, einen juristischen Streit anzuzetteln. Nicht gut.

„Ich bin gespannt, wie die ehemaligen Patienten reagieren, wenn ihnen von unbeteiligter Seite, einem fremden Patienten ihre eigenen Diagnosen & Co. aus dem Krankenhaus vorgelegt werden und sie so mitbekommen, dass dem Nordstadt-Krankenhaus deren Datenschutz egal ist. Ich hoffe, es gibt einige Strafanzeigen.“ – so der Patient. „In jedem Fall werde ich den angeschriebenen Beteiligten auf Nachfrage ihre Unterlagen verfügbar machen – und die Situation im juristischen Bedarfsfall bezeugen. Fotos sind umfangreich vorhanden“

Und falls sie jetzt denken – einem Privatversicherten wäre das nicht passiert – der Patient war Privat versichert…

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